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Pensionsversicherung wechseln?

Fragen Kranken-, Unfall-, Pensionsversicherung...

Moderator: philipp.etzler

Pensionsversicherung wechseln?

Beitragvon Avi » 24.11.2011, 11:11

Hi Leute,

Bin neu hier im Forum, stell mich auch kurz vor. Bin 22, wohne in Österreich und arbeite als Netzwerktechniker, meine Zukunftsvorsorgen hab ich schon vor einiger Zeit getroffen, die erste mit 17(Punkt 2) die restlichen 2 in den letzten 2 Jahren

meine derzeitige Zukunftsvorsorge sieht folgendermaßen aus:

Habe bei der S-Versicherung (Erste Bank (Sparkasse)) 2 Versicherungen und 3 Fonds (ebenfalls Erste Bank)

1) Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge mit staatlicher Förderung (s Privatpension mit Prämien-Plus(Produkt PZV69B))
eine Fondgebunde Versicherung die in den Fond rt zukunftsvorsorge aktienfond investiert

2) Privat Pension standard (Produkt P69) (konservative Privatpension, nicht Fondsgebunden)

3) 3 verschiedene Fonds: Espa Stock Istanbul, Asia Infrastructure und WWF Climate Change

In alle 3 Produkte spar ich einen monatlichen Betrag ein, mMn bin ich so auch gut aufgestellt, die Fonds fürs "Risiko", die Standardpensionsversicherung als sichere Anlage (dafür halt wenig Zinsen) und die fondsgebunde damit auch bissl was rausschaut

Nun hat mir eine Kollegin die bei der OVB arbeitet mir angeboten alles durchzusehen und zu schaun ob das alles so passt und ob das alles sinnvoll ist, bin ihr gegenüber mit ner gewissen Skepsis an den Tag gegangen da ich schon mit der Firma E&S zu tun hatte und da ziemlich ins Klo gegriffen habe...

Nun hat sie mir gestern erläutert, die Fonds passen so als Anlage, die Versicherungen sind aber ihrer Meinung nach nicht sinnvoll, da fast nichts dabei herausschauen wird bei 2) da zu konservativ, 1) ist lt ihr auch umsonst, komischerweise ist sie da drauf nicht näher eingegangen was mich schon stutzig machte, bei 2) hat sie mir nämlich so schön die Nachteile aufgezählt.

Logischerweise hat sie was besseres parat (Nona, kriegt ja Abschlussprämie), eine TwoTrust Fondspolice von der HDI Gerling mit C-Quadrat Arts Total Return Global AMI (70%) und Carmignac Patrimoine A(30%) als Fonds, soll gegenüber 2) sehr viele Vorteile und keine Nachteile haben, mit 1) hat sie diese Versicherung aber nicht verglichen, weils ja in meinen Augen eigtl das selbe ist oder nicht?

Sie hat mir nun geraten beide Versicherungen bei der S-Versicherung freizustellen und nach Ablauf der 10 Jahresfrist mir das Geld zurückzuholen abzüglich der Hälfte der staatlichen Prämie und der KESt von 25% was mMn nicht viel Sinn macht da ich da ja erheblichen Verlust mache und da müsst ich mit der HDI versicherung doch soviel mehr Gewinn machen um das überhaupt jemals auszugleichen

Nun meine Frage, ist das sinnvoll beide Versicherungen auszusetzen und auf die neue umzusteigen? Ich bin halt bei sowas kritisch, aufgrund negativen Erfahrungen von E&S und der damit verbunden Skepsis in solche Vertriebe...

Falls ihr weitere Daten benötigt nur Bescheid geben

LG
Avi
Avi
 
Beiträge: 1
Registriert: 24.11.2011, 10:48
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Re: Pensionsversicherung wechseln?

Beitragvon radu » 30.11.2011, 17:49

Hallo Avi,


Erstens finde ich es super, dass du dieses Anliegen zur Diskussion offenlegst. :)

Um von Anfang an die Karten auf den Tisch zu legen: Ich arbeite auch bei einem Vertrieb und finde, dass man mit ehrlicher Arbeit viel mehr in der Branche weiterbringt, jedoch nicht so viel am Anfang verdient - dafür aber seine Kunden für lange Zeit bindet.

So, jetzt aber zu deiner Frage.

Zu erst würde ich gerne wissen, ob Bank oder Vermögensberater dich auf das Thema "Notgroschen" - Sparbuch angesprochen haben - das was man in der Branche als "kurzfristige" Anlage bezeichnen - also, dass wenn du mal kurzfristig in einem finanziellen Engpass bist, du nicht gleich in andere Sparformen eingreifst (ist für dich als Kunden unvorteilhaft, weil ja damit ein längeres Sparziel nicht mehr erfüllt werden kann, und auch für den Berater, der eventuell ein Storno kassiert - Provisionsrückzahlung)


Durch ein bisschen "googeln" hab ich diese ESPA Fonds gefunden, jedoch, wenn ich mir nur so die Charts ansehe, kann ich nicht wirklich beurteilen ob das für dich eine passende Anlage ist oder nicht. :?: Dafür brauche ich mehr Informationen:
-wann genau du angefangen hast in jeden Fonds zu sparen
-den genauen Beitrag für die einzelnen Fonds und die Regelmäßigkeit (monatlich, vierteljährig...)
-wie sieht dein Sparhorizont aus (gibt es ein genaues Sparziel? - was, bis wann soll es erreicht werden?)
-und natürlich deine eigene Risikobereitschaft (kannst du mit einem Kapitalverlust leben? oder bist du eher konservativ eingestellt)
Erst dann kann ich dir eine objektive Meinung sagen. :wink:

- Als meine subjektive Meinung, muss ich dazu sagen, dass es mich immer wieder Überrascht dass Erste Bank Berater immer wieder die eigenen ESPA Fonds empfehlen... wo es doch so viele andere tausende Fonds von renommierten Fondsgesellschaften am Markt gibt... vielleicht aber doch nur Zufall :P


Jetzt zur Pensionsvorsorge. Erstens muss ich wirklich loben dass du so früh damit angefangen hast - ohne Schmäh :)
Bei diesen Produkt P69 gibt es auch Zusatzbausteine wie Unfall- oder Todesrisiko - Hast du in dem Vertrag auch andere Leistungen außer der Erlebensleistung?
Generell bin ich kein großer Fan der staatlich geförderten, kann aber wieder nicht sagen ob es für dich passend ist oder nicht.



Folgende Daten hab ich aus dem andern Forum :p
bei der P69 hast du 27000 Eur Eigenleistung (ohne Indexanpassung). Wenn du wirklich keine Indexanpassung hast, dann entspricht die Garantierte Auszahlung von 37074,94 ungefähr 1,4% Verzinsung p.a. - wenn man die Inflationsrate dazu rechnet dann wird dass ziemlich unromantisch.
Bei der staatlich geförderten sollte man den Staatlichen Bonus auch mit Vorsicht genießen, denn viele Glauben das man die Prozente vom Staat zur Verzinsung dazurechnen kann (Wir auch oft beim Bausparer so "verkauft"). 8,5% heißt, dass du für jede 100 Eur die du einzahlst, 8,5 Euro einmalig geschenkt bekommst.
Da ich nicht weiß wann du die Prämie auf 39 eur erhöht hast, schätze ich mal vorsichtig bei de 47 Jaren Prämienzahldauer einen Schnitt von 35 Eur. damit währen es 19740 Eigenleistung... da die Garantie 21.539,78 ist will ich nicht mal die Zinsen rechen - richtig unromantisch - und wenn die staatliche Prämie unerwartet auf 13% steigt, und die nächsten 44 Jahre so hoch bleibt, bekommst du noch 2566 dazu (kannst das mal selber durch 47 teilen, um zu sehen was das im Jahr ausmacht)

Die Zahlen sind nur geschätzt, und wie du eben auch gesagt hast, die kleinen Zinsen sind der Preis der Sicherheit. Und dass kann auch für dich OK sein - musst du eben beurteilen. Aber ich bin mir bewusst, dass man diese Produkte sehr einfach beim Kundengespräch schlecht reden kann - ist auch manchmal berechtigt, wenn es nicht das richtige Produkt für den Kunden ist.
Deswegen ist bei meinen Beratungen wichtig, herauszufinden wie ein Kunde "tickt", was seine Prioritäten bei einem Sparprodukt sind.
Daher kann ich auch hier nicht objektiv sagen, ob diese Produkte für dich passend sind oder nicht.
:?: Ganz wichtig ist, ob du dir jetzt 100% sicher bist, dass du eine monatliche Zusatzpension haben willst. Denn deine Produkte sind von "Natur aus" unflexibel (kannst ja jederzeit was dazugeben, aber bei Entnahmen sieht es nicht sehr Rosig aus - eher nur bei Kündigung - was wieder nicht sehr vorteilhaft für dich ist)
Daher spiele ich den Ball wieder an dich zurück : wie wichtig ist Flexibilität bei der Pensionsvorsorge für dich? (Kapitalauszahlung am Vertragsende, ohne "Strafe" ; Entnahmemöglichkeit während der Laufzeit ; Möglichkeit eines vorzeitigen Rentenbeginns)
Das Thema Sicherheit ist, wie ich sehe, wichtig für dich, und da Punkten die Produkte auch mit Beitragsgarantie.
Jedoch beim Thema Rendite sieht es (wie du auch betont hast) eher unromantisch aus.


Und noch zur staatlichen vorsorge, damit du nicht glaubst dass ich der einzige bin der davon nicht überzeugt ist :
http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/wirbel-um-staatlich-gefoerderte-zukunftsvorsorge-433111/index.do

Und zu der Frage ob es sinnvoll ist jetzt zu wechseln ist oder nicht - ein klares vielleicht :roll:

Kann wirklich nicht mit gutem Gewissen irgendwas sagen, ohne mehr Infos von dir.

Produkte sind fast alle an und für sich gut. Was man da mit macht (und machen will) ist dann ein anders Thema.
Darum dauert bei mir das Erstgespräch beim Kunden 2h+.
Somit teilen sich auch meine Branchenkollegen meistens zwischen Versicherungsverkäufer und Berater.
:P - ist aber auch nur meine persönliche Meinung.

Lg.
Radu
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