Dezember 9, 2022

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Deutschland führt „Reparaturfähigkeitsindex“ ein, um Nachhaltigkeit zu fördern

Da Verbraucherabfälle weiter zunehmen, haben sich Gespräche in ganz Europa darauf konzentriert, wie Unternehmen ermutigt werden können, ihre Produkte zu reparieren, anstatt Verbraucher einfach zu bitten, sie zu ersetzen. Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke hat sich nun in die Debatte eingemischt und Deutschland aufgefordert, einen bundesweiten Reparierbarkeitsindex einzuführen.

Ein französischer Reparierbarkeitsindex existiert bereits

Lemke argumentiert, dass die Verbraucher mit einem Reparierbarkeitsindex besser über die Lebenserwartung ihrer Einkäufe informiert wären und ihren Beitrag zum Verbraucherabfall des Landes besser verstehen würden. „Mit dem Reparaturrecht gehen wir einen wichtigen Schritt weg von der Wegwerfgesellschaft“, sagte der Minister dpa. „Es ist sinnvoll, einen Reparierbarkeitsindex zu haben, der zeigt, wie einfach es ist, ein Produkt zu reparieren.“

Die Idee eines Reparierbarkeitsindex ist nicht neu; im Nachbarland Frankreich existiert bereits eine. Anfang 2021 wurde der Index eingeführt, damit Verbraucher sehen können, wie schwierig oder einfach es ist, Smartphones, Laptops, Fernseher, Rasenmäher oder andere Elektrogeräte zu reparieren. Kriterien für den Index waren unter anderem, wie einfach Ersatzteile für bestimmte Geräte zu beschaffen sind und wie einfach sich das Gerät zerlegen und wieder zusammenbauen lässt.

Ministerin Lemke will die Initiative noch einen Schritt weiter gehen und Unternehmen dazu drängen, bestimmte Geräte wie Smartphones und Tablets so zu bauen, „dass deren Akku und Einzelteile – soweit technisch machbar – leicht ausgebaut und ausgetauscht werden können“.

Elektroschrott ist ein wachsendes Problem für die EU

Die Debatte findet vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über Elektroschrott in ganz Europa statt. Die Europäische Union hat auf die Schaffung eines „Rechts auf Reparatur“ für Verbraucher gedrängt, obwohl es viele Unternehmen gibt, die sich dieser Idee entschieden widersetzen.

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Viele Unternehmen, die sich mit der Herstellung von Komponenten für elektrische Geräte befassen, befürchten, dass sie ihre Produktion erheblich steigern müssten, um die Kundennachfrage zu befriedigen und einen neuen Markt zu erschließen, der Ersatzteile für Reparaturwerkstätten verlangt. Laut Bernhard Rohleder, dem Geschäftsführer des deutschen Digitalverbands Bitkom, wäre es für viele Unternehmen disruptiv, „alle Ersatzteile auf Lager zu produzieren“.

Trotz Einwänden von Unternehmen glauben viele Menschen immer noch, dass das Problem angegangen werden muss. Deutschland hat das europäische Ziel der Sammlung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten von 65 Prozent der Elektroaltgeräte in den letzten Jahren verfehlt, 2019 waren es nur noch 44 Prozent.

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