Dezember 6, 2022

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Deutschlands stockende Bemühungen zur Wiederbelebung der Kohle

Von und nach:
Berlin hat angekündigt, sein Kohleausstiegsziel für 2030 einzuhalten, aber 27 eingemottete Kraftwerke könnten in der Zwischenzeit wieder anlaufen, ein Plan, der mit mehreren Schwierigkeiten konfrontiert ist.

Ein Jahr, nachdem die letzten Rauchschwaden aus den Schornsteinen des Kohlekraftwerks Moorburg verschwunden sind, wächst die Hoffnung, dass der eingemottete Standort im Ringen um die Energieversorgung Deutschlands neues Leben erweckt.

Moskau hat nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Gasexporte nach Deutschland eingestellt und Berlin zu der drastischen Entscheidung gezwungen, Kohlekraftwerke zumindest vorübergehend wieder hochzufahren.

Infrastrukturprobleme, Personalmangel und logistische Probleme bleiben jedoch große Hindernisse für einen Neustart.

Foto: EPA-EFE

In Moorburg machte der Betreiber Vattenfall GmbH Hoffnungen auf einen Neubetrieb zunichte und sagte, es sei „technisch, wirtschaftlich und rechtlich nicht möglich, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen“.

„Viele Teile wurden ausgebaut und verkauft“, sagt Standortleiter Robert Wacker.

Selbst Kraftwerke, die nur gelegentlich zur Stromerzeugung auf Reserve gehalten werden, anstatt vollständig abgeschaltet zu werden, haben Mühe, vollständig wieder hochzufahren.

Weiter südlich von Moorburg will die Uniper SE Energy Group ihren Standort Heyden 4 hochfahren, der seit Mitte vergangenen Jahres als Reserveanlage dient.

Das Unternehmen warnte jedoch davor, dass seine Produktion durch Kapazitätsbeschränkungen der Eisenbahn beim Transport von Steinkohle zum Standort beeinträchtigt würde.

Deutschland hat in den letzten Jahren mit der Abschaltung von Kohlekraftwerken begonnen, um sein Ziel zu erreichen, die Nutzung fossiler Brennstoffe bis 2030 zu beenden.

Der Krieg in der Ukraine hat diese Pläne auf den Kopf gestellt, indem Moskau die Energieexporte nach Deutschland kürzte, was Berlin als Vergeltung für seine Unterstützung für Kiew ansieht.

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Die Regierung von Bundeskanzler Olaf Scholes sagte, sie werde am Ziel des Kohleausstiegs bis 2030 festhalten, erlaubte aber in der Zwischenzeit die Wiederinbetriebnahme von 27 eingemotteten Kraftwerken oder Kraftwerken in Reserve, um die Lücke bis März 2024 zu schließen.

Mit einer Leistung von 875 Megawatt (MW) ist Heyden 4 von Uniper das größte auf der Liste, das Werk Moorburg vor den Toren Hamburgs eines der modernsten der Welt.

Sie wurde im vergangenen Sommer, sechs Jahre nach ihrer Inbetriebnahme, im Austausch für ein öffentliches Förderprogramm abgeschaltet, das darauf abzielt, die Kohle aus dem deutschen Energiemix zu streichen.

Seitdem hat der Betreiber damit begonnen, nicht mehr benötigte Flächen für Wasserstoff zu verkaufen – eine Priorität für Deutschlands Energieträger der Zukunft.

Vor ihrer Abschaltung produzierte die Anlage rund 1,1 Terawatt pro Jahr – das entspricht dem Stromverbrauch von Hamburg, Deutschlands zweitgrößter Stadt.

Jetzt ist die Installation noch nicht abgeschlossen. In der Turbinenhalle werden tausende Kleinteile in Kartons verpackt. Ein Rotor, ein Element, das die Drehung der Turbine ermöglicht, wird versandfertig in Aluminium verpackt. Der Trafo funktioniert auch nicht.

„Ohne Transformator ist das Kraftwerk nicht ans Netz angeschlossen und kann keinen Strom erzeugen“, so der Betreiber.

Mit Hinweis auf den Rost, der sich im vergangenen Jahr an Teilen angesammelt hat, sagte Vattenfall-Sprecherin Gudrun Bode: „Wir können eine Anlage nicht wieder hochfahren.“

Während der Winter naht, verschärft sich Deutschlands Wettlauf um die Erhöhung seiner Stromerzeugungskapazität.

Bisher wurde jedoch nur eine – die 690-MW-Anlage Mehram – wieder in Betrieb genommen. Abgesehen von technischen Problemen haben Energieversorger mit einem starken Arbeitskräftemangel zu kämpfen.

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In Moorburg „haben die meisten Leute, die gegangen sind, einen Job bekommen oder sind in Rente gegangen“, sagte Wacker.

Der Energieriese RWE AG sagte, er suche mehrere hundert Arbeiter, um die Wiedereröffnung von drei Anlagen mit jeweils 300 Megawatt vorzubereiten.

Auch die Logistik wurde schwierig, da die Dürre das Versorgungsnetz weiter unter Druck setzte.

Der Rhein ist eine wichtige Route für den Transport von Kohle zu Kraftwerken im Westen des Landes, aber Rekordniedrigwasserstände in der vergangenen Woche haben die Exporte verringert und die Lieferanten gezwungen, sich dem Schienentransport zuzuwenden. .

Laut Uniper wird der Betrieb von Heyden 4 „bis zu einem gewissen Grad durch Kapazitätsbeschränkungen im Schienenverkehr eingeschränkt sein, die Kohle zum Standort bringen“.

Der Energieversorger STEAG GmbH hat angekündigt, zwei Kohlekraftwerke aus seinem Bestand in Betrieb zu nehmen.

Es hat den November als möglichen Wiederanlauftermin ins Visier genommen, aber auch darauf hingewiesen, dass die aktuellen Vorschriften erfordern, dass die Standorte eine 30-tägige Versorgung mit Kohle haben – etwas, das „angesichts der derzeit angespannten logistischen Situation im Schienenverkehr“ nicht erreichbar ist.

Berlin sagte am Mittwoch, es werde in diesem Winter Kohle- und Ölfracht gegenüber Passagierreisen priorisieren, um Staus einzudämmen.

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