August 17, 2022

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Scholz: Deutsche müssen in Lebenshaltungskrise „zusammenhalten“ | Nachrichten | DW

Bundeskanzler Olaf Scholes forderte am Samstag die Öffentlichkeit auf, sich den wirtschaftlichen Problemen des Landes gemeinsam zu stellen, da die Inflation in Europas führender Volkswirtschaft hartnäckig hoch bleibt.

Scholz veröffentlichte in seinem wöchentlichen Podcast ein neues Video und gab zu, dass die Preiserhöhung viele Bürger stört. Er rief die Menschen dazu auf, „die Arme zu verschränken und zusammenzuhalten“.

Scholes sagte, er berief ein Expertentreffen ein, um die Krise der Lebenshaltungskosten anzugehen, Tage nachdem die Daten zeigten, dass die Preise im Juni gegenüber dem Vorjahr um 7,6 % gestiegen waren.

Der Kanzler sagte, er habe Gewerkschaften, Arbeitgeber, die Bundesbank und Wissenschaftler zu dem Gipfel eingeladen, der am Montag im Kanzleramt in Berlin beginnt.

Die als „koordinierte Aktion“ bezeichnete Kampagne erinnert an ähnliche Bemühungen ehemaliger westdeutscher Bundeskanzler in den 1960er und 1970er Jahren.

Anstelle von Lohnerhöhungen wurden Einmalzahlungen vorgeschlagen

Ökonomen und Politiker haben in den vergangenen Tagen mehrere Ideen auf den Weg gebracht, um die privaten Haushalte zu entlasten.

Arbeitsminister Hubertus Heil fordert einen Jahreslohn für Singles unter 4000 Euro im Monat und Ehepaare unter 8000 Euro.

Und der Kanzler sagt, er sei sehr daran interessiert, Alternativen zu höheren Lohnerhöhungen zu finden, während er mit den Gewerkschaften verhandelt, um die Inflation nicht anzuheizen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagte jedoch, die einmalige Zahlung würde nur vorübergehende Entlastung bringen.

„Nur höhere Löhne und Sozialleistungen können den Schaden für Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen dauerhaft ausgleichen“, sagte DIW-Chef Marcel Fratscher der Nachrichtenagentur dpa.

„Einmalzahlungen können auch nach hinten losgehen“, sagte Ökonomin Veronica Grimm der dpa.

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Würden Arbeiter für Einmalzahlungen auf Lohnerhöhungen verzichten, müssten diese sehr hoch ausfallen, was „sofort die Nachfrage erhöhen und damit wieder Inflation auslösen“ würde.

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SPD-Co-Vorsitzender fordert Sozialhilfeerhöhung

Saskia Esken, Co-Vorsitzende der SPD-Fraktion von Scholz, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass die Sozialhilfe erhöht werden solle.

„Als Sozialstaat müssen wir die Leistungen an die steigende Inflation anpassen“, sagte Esken.

Zudem müssten die Löhne vor allem im Niedriglohnbereich „deutlich und dauerhaft“ steigen.

Ökonomin Julia Klöckner von der oppositionellen CDU forderte unter anderem eine dauerhafte Senkung der Steuern und Abgaben auf Energie.

Klöckner kritisierte Scholz dafür, dass er „konzertierte Aktionsgespräche“ kreierte, die in folgende Kategorie fielen: „Wenn ich nicht weiß, was ich tun soll, gründe ich eine Task Force.“

Seit dem Ende der COVID-19-Pandemie haben explodierende Lebensmittel-, Kraftstoff- und Energiepreise die deutschen Taschen hart getroffen.

Die bereits hohe Inflation wurde durch die russische Invasion in der Ukraine im Februar noch verschärft.

DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte Reuters diese Woche, dass er in naher Zukunft keine sinkenden Preise sehe. „Wir sollten bis Ende des Jahres mit Inflationsraten von etwa 7 % rechnen“, sagte Gator.

Geschrieben mit Auszügen der Nachrichtenagentur dpa.

Herausgegeben von Rebecca Staudenmaier.