Mai 30, 2024

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Deutschland nimmt indische Studenten ins Visier, um Arbeitskräftemangel zu bekämpfen – DW – 22.04.2024

Deutschland nimmt indische Studenten ins Visier, um Arbeitskräftemangel zu bekämpfen – DW – 22.04.2024

Deutschland kämpft mit einem kritischen Arbeitskräftemangel und einer alternden Bevölkerung. Prognosen zufolge werden bis 2035 sieben Millionen Fachkräfte fehlen.

Da derzeit 700.000 offene Stellen unbesetzt sind, ist das Wirtschaftswachstumspotenzial Deutschlands von 2 % in den 1980er Jahren auf 0,7 % gesunken und könnte auf 0,5 % sinken, wenn das Problem nicht angegangen wird, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Er betonte die Bedeutung der Migration, um dies zu kontrollieren Eine wachsende Kluft.

Ein Teil der Lösung könnte darin bestehen, die indische Studentenschaft in Deutschland in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Platzierung im internationalen studentischen Talentpool

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind rund 43.000 indische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben.

Wie viel Zuwanderung braucht Deutschland?

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14 Prozent aller Studierenden im Land seien internationale Studierende, sagt Michael Flake, Sprecher des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), gegenüber der DW. Internationale Studierende seien oft sogenannte „ideale Einwanderer“, weil sie bereits in Deutschland gelebt und die Sprache gelernt hätten, sagte Flake.

„Gleichzeitig wissen wir dasDeutsch lernen„Die Orientierung im deutschen Hochschulsystem, die Selbstständigkeit und der Übergang in den Arbeitsmarkt stellen für internationale Studierende besondere Herausforderungen dar“, sagte er.

Enzo Weber, Experte für Beschäftigungsforschung an der Universität Regensburg, sagte der DW, dass die Erschließung internationaler Talentpools von entscheidender Bedeutung sei, da Deutschland mit einer alternden Bevölkerung und einem Mangel an Fachkräften konfrontiert sei.

„Durch die Bereitstellung von Möglichkeiten für internationale Studierende möchte die Regierung nicht nur talentierte Menschen anziehen, sondern auch Fähigkeiten für die Arbeitskräfte entwickeln“, sagte er.

Suryansh promoviert in Computational Materials Science und Theoretischer Nanophysik an der TU Dresden.Foto: Pooja Yadav/DW

Neben dem Studium arbeiten

Das neueste deutsche Fachkräfteeinwanderungsgesetz ermöglicht es internationalen Studierenden, bis zu 20 Stunden pro Woche zu arbeiten – doppelt so viel wie bisher.

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Suryansh promoviert in Computational Materials Science und Theoretischer Nanophysik an der TU Dresden. Im Gespräch mit der DW sagte der 35-jährige Student, dass die neuen Gesetze berufstätige Studenten begünstigen.

„Wenn man über die richtigen Fähigkeiten und Zertifizierungen sowie ein angemessenes Gehalt verfügt, wird das Leben einfacher. Es gibt auch Optionen für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung“, sagte er und fügte hinzu, dass es in vielen Bereichen, auch in High-Tech-Bereichen, Möglichkeiten gebe. Halbleiter und Quantencomputing.

„Nach allem, was ich gesehen habe, ist die Vermittlungsquote sehr gut“, und viele Leute in seinem Labor wurden innerhalb von zwei oder drei Monaten vermittelt, sagte er.

Deutschland ist bestrebt, ausländische Studierende und Fachkräfte anzulocken

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Obwohl das Fachkräfteeinwanderungsrecht in Deutschland Qualifikationen priorisiert, gibt es aufgrund der Komplexität des deutschen Bildungssystems Herausforderungen, sagt Prof. Weber.

„Die Wirksamkeit des Gesetzes hängt von Faktoren wie der Digitalisierung und der praktischen Integrationsförderung ab“, sagte er.

Indische IT- und Ingenieurstudenten können zum Wachstum der deutschen Industrie beitragen

Der Fachkräftemangel sei derzeit nicht nur in der Pflege- und Gesundheitsbranche, sondern auch in der Informationstechnologie- und Maschinenbaubranche besonders akut, sagte Flagg.

Er wies darauf hin, dass indische Studierende in Deutschland überdurchschnittlich häufig in IT- und Ingenieurstudiengängen eingeschrieben seien, was sie zu einer wichtigen Gruppe im Kampf gegen den Arbeitsmarkt und den Fachkräftemangel mache.

Deutschland ist in den Ingenieurwissenschaften traditionell international sehr wettbewerbsfähig, daher werde ein höherer Anteil indischer Studenten in den Bereichen IT und Ingenieurwissenschaften dem Land helfen, „diesen Vorsprung im globalen wirtschaftlichen Wettbewerb zu behaupten“.

Mohammad Rahman Khan, ein 26-jähriger Student aus Indien, entschied sich für die deutsche Leibniz-Universität Hannover, um sein Studium der Mechatronik und Robotik fortzusetzen.

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In Deutschland „gibt es nach meinen Beobachtungen im Vergleich zu anderen Branchen einen erheblichen Bedarf an Stellen mit Bezug zu Technik und Programmierung“, sagte er.

Laut Professor Weber von der Universität Regensburg besteht im deutschen Ingenieurwesen ein hoher Bedarf an Fachkräften, insbesondere vor dem Hintergrund der durch die Digitalisierung bedingten Veränderungen in Branchen wie Maschinen und Energie.

„Da die deutsche Kohorte aufgrund von Arbeitskräftemangel und einer Geburtenrate von 1,4 schrumpft, was die Bedeutung der Gewinnung und Bindung von Fachkräften im Technologiesektor unterstreicht, wird der Zustrom internationaler Talente zu einem Schlüsselfaktor für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Weber. Zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs der deutschen Industrie.

Antrag zur Unterstützung von Landwirten in Indien

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Deutschland hat noch viele politische Hürden zu überwinden

Rhea Joseph, 24, zog 2023 aus dem südindischen Bundesstaat Kerala nach Deutschland, um an der TU Dresden in Krebsforschung zu promovieren. Der akademische Weg vom wissenschaftlichen Mitarbeiter zur Postdoc-Stelle in Deutschland sei „vielversprechend“, sagte er der DW.

Aber es gibt noch viel zu tun.Proaktive Maßnahmen Deutsche Hochschulen und Arbeitgeber sollten für einen reibungslosen Übergang der Studierenden in den Arbeitsmarkt sorgen. Damit Studierende nach ihrem Studium in Deutschland bleiben und Arbeitsverträge erhalten können, bedarf es noch rechtlicher Klarheit.

„Dazu gehört, von Ländern wie Kanada zu lernen, klare Kommunikationskanäle einzurichten, rechtliche Formalitäten effektiv zu regeln und Klarheit über Post-Studium-Aufenthalte zu schaffen“, so Professor Weber.

Angesichts globaler Trends wie einer alternden Erwerbsbevölkerung in den USA, fügte Weber hinzu, sollte Deutschland außerdem „die Einwanderungsgesetze wettbewerbsfähiger und zugänglicher gestalten, Prozesse rationalisieren, eine Vielzahl von Visa-Optionen anbieten und eine nahtlose Integration für internationale Studierende und Arbeitnehmer fördern.“

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