April 25, 2024

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Die Partei von Sarah Wagenknecht hat rechte Wurzeln in Sachsen

Die Partei von Sarah Wagenknecht hat rechte Wurzeln in Sachsen

Die Sahra Wagenknecht Allianz (BSW) hat am vergangenen Samstag im sächsischen Chemnitz ihre erste Regionalorganisation gegründet. Erst im Januar formierte sich der BSW als Bundespartei und verabschiedete kurz darauf ein Programm für die Europawahl. Seine kapitalistische und nationalistische Ausrichtung spiegelte die Interessen deutscher Unternehmen im Namen des Kleingewerbes und der Selbstständigen – oder im BSW-Sprachgebrauch des „effizienten Mittelstands“ – wider.

Es ist kein Zufall, dass die erste Landesorganisation im ostdeutschen Bundesland Sachsen gegründet wurde. Nach der Europawahl am 9. Juni finden im September dieses Jahres Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg statt. Der BSW hofft auf einen sofortigen Einzug in die Landtage der ostdeutschen Bundesländer. Laut stark schwankenden Umfrageergebnissen schwankt sie zwischen 6 und 20 Prozent. So soll am 15. März ein Landesverband in Thüringen gegründet werden. Für Brandenburg gibt es noch keine Neuigkeiten zur Organisation.

Sabine Zimmermann [Photo by Marc Rudnick / Wikipedia / CC BY 4.0]

Dass die Organisation eines Landesverbandes erstmals in Sachsen erfolgte, hängt mit den Traditionen der dortigen Linkspartei zusammen. Sie hat ihre größte und rechteste Landesorganisation in Sachsen. Die handverlesene Führung von BSW ist Teil dieser Tradition. Als Führungsduo wählten die 60 in Chemnitz zum Gründungsparteitag versammelten BSW-Mitglieder die langjährige Partei- und Gewerkschaftsfunktionärin Sabine Zimmermann und den Unternehmer Jörg Scheibe.

Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 trat der 63-jährige Zimmermann, der in der Baustoff- und Abfallwirtschaftsindustrie der ehemaligen DDR tätig war, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) als Gewerkschaftssekretär bei. Nach zehn Jahren in der SPD, wo er einige Monate im sächsischen Landtag saß, zog er 2005 über die Landesliste der Linkspartei in den Bundestag ein. Er verlor seinen Sitz im Jahr 2021.

Schieb betreibt in Chemnitz ein eigenes Architekturbüro. Wie der Geschäftsmann und Millionär Ralph Suikat, der Bundesschatzmeister des BSW, symbolisiert er die illusorische Kernbotschaft der Partei: die Versöhnung der Klassen.

Weitere Firmenmitglieder runden das Bild ab. Alexander Schultz und Silke Hessberg saßen beide im Kreistag Zwickau, Schultz für die SPD und Hessberg als parteilose Vertreterin für die Linkspartei. Hessberg war fünf Jahre lang geschäftsführender Gesellschafter von InSenTec – Innovative SensorTechnik, bevor er 2001 als Professor an die Fachhochschule Westsachsen in Zwickau wechselte.

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